Aktuelle klinische Studien
Klinische Studien sind ein wichtiger Bestandteil moderner Krebsmedizin. Sie ermöglichen es, neue Therapien, innovative Wirkstoffkombinationen und optimierte Behandlungsstrategien unter kontrollierten wissenschaftlichen Bedingungen zu prüfen.
Je nach Studie handelt es sich um Therapiestudien (interventionelle Studien), Beobachtungsstudien oder Registerprojekte zur systematischen Erfassung von Krankheitsverläufen und Behandlungsergebnissen.
Unsere Patientinnen und Patienten können – sofern die jeweiligen Einschlusskriterien erfüllt sind – an ausgewählten Studien teilnehmen.
Brustzentrum
Als zertifiziertes Brustzentrum nehmen wir an klinischen Therapiestudien teil, um aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse für unsere Patientinnen nutzbar zu machen. So haben unsere Patient:innen die Möglichkeit von neuesten Medikamenten und Behandlungen zu profitieren.
Offene Studien
Trace
Bei TRACE handelt es sich in der Regel um eine klinische Studie, in der neue oder weiterentwickelte Behandlungsansätze bei Brustkrebserkrankungen untersucht werden. Ziel ist es, Therapien besser auf die einzelne Patientin abzustimmen und zu prüfen, ob sie wirksam und gut verträglich sind. Für Patientinnen bedeutet das: Es kann Zugang zu modernen Behandlungsformen geben, die über den heutigen Standard hinausgehen.
Beobachtungsstudie VeRVE
Diese Studie ist keine klassische Behandlungsstudie, sondern eine sogenannte Beobachtungsstudie. Das bedeutet: Die Behandlung selbst wird nicht vorgegeben oder verändert. Stattdessen werden Daten aus dem normalen Behandlungsalltag gesammelt – zum Beispiel, wie Therapien wirken, wie gut sie vertragen werden und wie sich Erkrankungen im Verlauf entwickeln. Das hilft dabei, die Versorgung in Zukunft noch besser und individueller zu machen.
Adapt-HER2
Diese Studie richtet sich an Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs. Hier geht es darum, die Behandlung möglichst gezielt und individuell zu planen. Untersucht wird, ob manche Patientinnen mit einer kürzeren oder angepassten Therapie genauso gut behandelt werden können wie mit der Standardtherapie – und ob man Nebenwirkungen dadurch reduzieren kann. Das Ziel ist also: gleiche Wirksamkeit bei möglichst schonender Behandlung.
ADAPT - TNIII
Diese Studie betrifft den sogenannten triple-negativen Brustkrebs. Das ist eine besondere Form, bei der sehr genau geprüft wird, welche Therapie am besten wirkt. Im Rahmen der Studie wird untersucht, ob sich Patientinnen frühzeitig anhand des Therapieansprechens unterscheiden lassen – und ob man die Behandlung entsprechend anpassen kann. So soll vermieden werden, dass jemand unnötig stark oder zu lange behandelt wird, wenn es auch schon früher ausreichend wirkt.
ADAPT – Late
Hier geht es um Patientinnen, die sich in einer späteren Behandlungsphase befinden oder bereits eine Therapie erhalten haben. Die Studie untersucht, wie sich Therapien in dieser Situation sinnvoll weiterführen oder anpassen lassen – immer mit dem Ziel, die Behandlung so wirksam und gleichzeitig so schonend wie möglich zu gestalten. Im Mittelpunkt steht also die Optimierung der „weiteren Schritte“ im Verlauf der Erkrankung.
EUBREAST – Melody-Studie
Diese Studie ist Teil eines europäischen Forschungsnetzwerks, das sich mit sehr frühen Brustkrebserkrankungen beschäftigt. Im Fokus steht oft die Frage, ob bestimmte Behandlungen reduziert oder gezielter eingesetzt werden können, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. Das Ziel ist, Überbehandlung zu vermeiden und gleichzeitig eine sehr hohe Heilungschance zu erhalten.
PROOFS-Register
Das PROOFS-Register ist eine Art große, strukturierte Datensammlung, in der Informationen über Patientinnen und Patienten mit einer bestimmten Erkrankung – meist im Bereich der Krebserkrankungen – systematisch erfasst werden. Ganz einfach gesagt: Ärztinnen und Ärzte dokumentieren dort, wie verschiedene Behandlungen im Alltag wirken, wie gut sie vertragen werden und wie sich die Erkrankung im Verlauf entwickelt. Es geht also nicht um ein einzelnes Medikament oder eine neue Therapie im klassischen Sinn, sondern darum, aus vielen echten Behandlungsverläufen zu lernen. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das: Die Behandlung selbst ist dadurch nicht experimentell. Sie bekommen weiterhin die bewährte Standardtherapie. Durch die Teilnahme werden ihre Daten (natürlich streng geschützt und anonymisiert) genutzt, um die Versorgung in Zukunft noch besser und gezielter zu machen.
Darmzentrum
PEARL-Studie
Die PEARL-Studie ist eine große, deutschlandweite Studie, die gezielt die Risikofaktoren von Darmkrebs in der Altersgruppe unter 50 Jahren untersucht.
Mit den Erkenntnissen aus dieser Studie sollen gemeinsam mit den Partnern des PEARL-Verbunds neue und effektive Strategien entwickelt werden, um Darmkrebs in der Altersgruppe von 18-49 Jahren zukünftig besser zu vermeiden.
MALGAT-Studie
Mit dieser Studie soll eine aktuelle Datenlage, die wir mit unserer vorherigen multizentrischen Studie (Prävalenz von Mangelernährung | wisswerk.de) geschaffen haben, vertieft und weitergeführt werden.
Insbesondere gilt es, Fallzahlen im Bereich der stattgefundenen ernährungstherapeutischen Interventionen zu generieren und ebenso zu analysieren, wie sich ernährungstherapeutische Interventionen bei gastroenterologischen Tumoren auswirken. Zusätzlich werden die Zusammenhänge zwischen der Ernährungssituation und der Komplikationsrate untersucht.https://www.wisswerk.de/de/klinikkonzepte/studienunterstuetzung/malgat-studie/
EDIUM
EDIUM steht für: Ergebnisqualität bei Darmkrebs: Identifikation von Unterschieden und Maßnahmen zur flächendeckenden Qualitätsentwicklung.
Die Versorgung von Patient:innen mit Darmkrebs unterscheidet sich zwischen den Krankenhäusern. Bislang gibt es jedoch kaum Untersuchungen dazu, ob das auch die Ergebnisqualität beeinflusst. In EDIUM wird die Ergebnisqualität anhand kurzfristiger klinischer Parameter (z. B. Anastomoseninsuffizienz, 30-Tage-Mortalität) und mittels Patient-Reported Outcomes (PROs) erfasst. PROs messen „jegliche patientenseitige Einschätzung ihres Gesundheitszustands, ihrer klinischen Ergebnisse, Mobilität und Lebensqualität“ (OECD, 2017). Schwerpunkt des Gesamtprojekts ebenso wie dieses Berichts sind dabei die PROs (primäre Endpunkte).
EDIUM-Projektziele
- Vergleich der Ergebnisqualität in zertifizierten Darmkrebszentren in Deutschland
- Identifikation von Zentrumsmerkmalen, die mögliche Unterschiede erklären
- Identifikation möglicher Ursachen und Ableitung von Maßnahmen, um unterdurchschnittliche Behandlungserfolge zu verbessern
- Identifikation von förderlichen und hemmenden Faktoren der standardisierten Erfassung des Behandlungserfolgs
Onkotrakt Register
Tumorerkrankungen jeglicher Indikation gehen häufig mit einer psychoonkologischen Belastung der betroffenen Personen einher. Leider konnten bisherige epidemiologische Studien nicht hinreichend Aufschluss darüber geben, welche zusätzlichen Belastungssituationen im Rahmen der verschiedenen Verlaufs- und Behandlungsphasen einer Krebserkrankung auftreten können und welche Beratungs- und Betreuungsmaßnahmen von Patienten*innen erwünscht sind. Die Beantwortung dieser Fragen ist ein wichtiges Ziel des psychoonkologischen Registers der Onkotrakt AG.
Zentrum für Hämatologische Neoplasien
Offene Studien
CLL 16 Studie
Diese Studie beschäftigt sich mit einer bestimmten Form der chronischen Leukämie (CLL). Untersucht wird, welche Behandlungen für Patientinnen und Patienten in einer frühen Krankheitsphase besonders gut geeignet sind und wie sich die Erkrankung im Verlauf entwickelt. Ziel ist es, Therapien noch besser auf den einzelnen Menschen abzustimmen und unnötige Belastungen möglichst zu vermeiden.
Beobachtungsstudie VeRVE
Bei dieser Studie geht es darum, den Alltag und den Krankheitsverlauf von Patientinnen und Patienten über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Es werden keine neuen Medikamente getestet. Stattdessen möchten die behandelnden Ärztinnen und Ärzte besser verstehen, wie verschiedene Behandlungen im echten Leben wirken und wie es den Betroffenen damit geht.
Ariadne
Die ARIADNE-Studie untersucht neue Möglichkeiten in der Behandlung hämatologischer Erkrankungen (Erkrankungen des Blutes). Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Therapien noch gezielter eingesetzt werden können, um Wirkung und Verträglichkeit bestmöglich auszubalancieren.
Dabei geht es immer darum, die Behandlung individuell und schonend zu gestalten.Seattle
Diese Studie befasst sich mit modernen Behandlungsansätzen bei bestimmten Blut- oder Krebserkrankungen.
Ziel ist es, neue Therapieformen besser zu verstehen und herauszufinden, für welche Patientinnen und Patienten sie besonders geeignet sein könnten. So soll die Behandlung Schritt für Schritt weiter verbessert werden.ConfIDHence
In dieser Studie wird untersucht, wie verschiedene Behandlungsstrategien bei hämatologischen Erkrankungen miteinander verglichen werden können. Dabei steht nicht nur die medizinische Wirkung im Vordergrund, sondern auch, wie gut die Therapien im Alltag vertragen werden und wie sie das Leben der Betroffenen beeinflussen.
Registerplattform Multiples Myelom (MYRIAM)
Hierbei handelt es sich um ein sogenanntes Register. Das bedeutet: Es werden keine neuen Medikamente gegeben, sondern bereits erhobene medizinische Daten gesammelt und ausgewertet. Ziel ist es, das Multiple Myelom besser zu verstehen und langfristig die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern. Jeder einzelne Fall trägt dazu bei, mehr Wissen für zukünftige Patientinnen und Patienten zu gewinnen.
AML-Register
Auch dieses Register sammelt Daten von Menschen mit akuter myeloischer Leukämie (AML). Durch die gemeinsame Auswertung vieler Krankheitsverläufe können Muster erkannt werden, die helfen, Diagnostik und Therapie weiter zu verbessern. Das Ziel ist, die Behandlung noch gezielter und wirksamer zu gestalten.
MPN-Register
Das MPN-Register sammelt Informationen von Patientinnen und Patienten mit sogenannten myeloproliferativen Neoplasien (MPN). Dazu gehören Erkrankungen, bei denen das Knochenmark zu viele Blutzellen bildet. In diesem Register werden keine neuen Medikamente gegeben. Stattdessen werden Krankheitsverläufe und Behandlungen dokumentiert und ausgewertet. Ziel ist es, die Erkrankung besser zu verstehen und die Behandlung langfristig weiter zu verbessern – aus vielen einzelnen Erfahrungen entsteht so wertvolles Wissen für die Zukunft.
CML-Register
Das CML-Register beschäftigt sich mit der chronischen myeloischen Leukämie (CML), einer Form von Blutkrebs, die heute meist gut behandelbar ist. Auch hier werden keine zusätzlichen Therapien durchgeführt, sondern Informationen aus der laufenden Behandlung gesammelt. So können Ärztinnen und Ärzte besser nachvollziehen, wie sich die Erkrankung unter modernen Therapien entwickelt und welche Behandlung für welche Patientinnen und Patienten am besten geeignet ist.
